Vergangenen Donnerstag kreiste der Helikopter das letzte Mal über den Wäldern um Wolfach. Damit ist die Bodenschutzkalkung in Wolfach und der Nachbargemeinde Oberwolfach erfolgreich abgeschlossen. Auf einer Fläche von insgesamt 3.000 Hektar wurde in den vergangenen Monaten Kalk, genauer gesagt fein gemahlenes Dolomitgestein, ausgebracht.
Koordiniert wurde das Projekt vom Amt für Waldwirtschaft. Der Prozess war das Ergebnis einer zweijährigen Planung, in die zahlreiche Akteure eingebunden waren. Insgesamt beteiligten sich 150 private Waldbesitzer sowie die beiden Kommunen Wolfach und Oberwolfach an der Maßnahme. Die gekalkte Privatwaldfläche ist landesweit in dieser Größenordnung einmalig.
„Die Bodenschutzkalkung hilft, die Versauerung der Waldböden zu reduzieren und die Nährstoffversorgung der Bäume zu verbessern. Dadurch werden ihre Vitalität und Widerstandskraft gegen Trockenheit gestärkt, was in Zeiten der Klimaerwärmung von elementarer Bedeutung sein wird“, erklärt Manfred Henkes vom Amt für Waldwirtschaft, der die Maßnahme vor Ort koordinierte.
Neben der direkten Wirkung auf die Bäume spielt die Bodenschutzkalkung auch für den Wasserkreislauf eine wichtige Rolle. Waldböden erfüllen eine essenzielle Funktion als natürlicher Trinkwasserfilter. Rund 70 Prozent des Trinkwassers in Deutschland stammen aus bewaldeten Gebieten. Ein gesunder Waldboden ist daher überaus wichtig für die Wasserqualität und stellt eine unverzichtbare Ökosystemleistung dar.
Die Beteiligten zeigen sich zufrieden mit dem Verlauf der Maßnahme. „Ich bin froh, dass das Wetter im Februar stabil blieb und wir die Maßnahme nun zum Abschluss bringen konnten. Für die gute Zusammenarbeit und mancherorts für die Geduld möchte ich mich bei allen Beteiligten bedanken“, so Mario Herz, Leiter des Forstbezirks Wolfach. Verbesserungspotenzial sieht das Amt für Waldwirtschaft vor allem in den zahlreichen Auflagen. Dadurch steigen der Organisation- und Befliegungsaufwand sowie die Kosten immer weiter.
Mit dem Abschluss der Kalkungsmaßnahme ist ein bedeutender Beitrag zum Erhalt und zur nachhaltigen Entwicklung der Wälder in Wolfach und Oberwolfach geleistet worden. Die nächsten Bodenschutzkalkungen im Forstbezirk Wolfach finden im Spätsommer/Herbst 2025 in Hornberg sowie 2026 in Gutach statt.
Damit auch künftig Waldbesitzer ihre Wälder an den Klimawandel anpassen können, wird die Maßnahme durch die EU gefördert. Für private Waldbesitzer mit Flächen unter 30 Hektar wurden 100 Prozent der entstehenden Nettokosten übernommen. Waldbesitzer mit Flächen über 30 Hektar erhielten eine Förderung von 90 Prozent der Nettokosten.